Reformierte Landeskirchen verlängern die Anerkennung der TDS-Diplomausbildung
Die reformierten Landeskirchen der deutschen Schweiz, zusammengeschlossen in der Deutschschweizer Diakonatskonferenz (DDK), haben im Mai 2007 den «Grundsatz der doppelten Qualifikation» als Ausbildungsstandard beschlossen: Zutritt zum sozialdiakonischen Berufsfeld erhält, wer eine sozialfachliche und eine kirchlich-theologische Ausbildung erwirbt. Die Diplomausbildung am TDS Aarau wurde damals als integrierte Ausbildung anerkannt. Am 19. Mai 2011 hat die DDK die Verlängerung der Anerkennung bis zur Diplomierung 2020 beschlossen.
Das Theologisch-Diakonische Seminar Aarau ist eine private Bildungsinstitution und wird der «Tertiärstufe B» zugeordnet. Als Höhere Fachschule für Kirche, Diakonie und Mission bezweckt das TDS Aarau, Mitarbeitende für verschiedene kirchliche und soziale Berufsfelder im In- und Ausland auszubilden. Das Studium am TDS Aarau schliesst mit einem Diplom ab, dem üblichen Abschluss für die Tertiärstufe B in der Schweiz, während Bachelor- und Master-Abschlüsse für die Tertiärstufe A (Universitäten und Fachhochschulen) reserviert sind.
Kirchliche Anerkennung
Das TDS Aarau pflegt mit den reformierten Landeskirchen eine enge Partnerschaft und begrüsst den einstimmigen Entscheid der DDK, die Anerkennung bis zur Diplomierung 2020 fortzusetzen. Kirchen und soziale Institutionen dürfen auch in Zukunft damit rechnen, fachlich und menschlich bestens qualifizierte Mitarbeitende mit TDS-Diplomabschluss zu gewinnen.
Integriert in die vierjährige Diplomausbildung in Sozialdiakonie ist das Zertifikat für Katechetik und Jugendarbeit. Es kann zudem unabhängig von der kompletten Diplomausbildung in einem dreijährigen Teilzeit-Studiengang erworben werden. In den meisten reformierten Landeskirchen kann mit diesem Zertifikat die katechetische Tätigkeit ausgeübt werden.
Auch zu verschiedenen Freikirchenverbänden sowie Missionsgesellschaften bestehen freundschaftliche Beziehungen. Frauen und Männer mit TDS-Diplom arbeiten ohne offizielle, schriftlich geregelte Anerkennung seit vielen Jahren mit hoher Verantwortung in den unterschiedlichsten Funktionen mit.
Staatliche Anerkennung
Zurzeit existiert kein eidgenössischer Berufstitel HF, der dem TDS-Profil bzw. dem sozialdiakonischen Berufsfeld in landeskirchlichen Gemeinden nahe kommt. Deshalb besteht für das TDS Aarau bis heute keine Möglichkeit, für seine Diplomausbildung eine eidgenössische Anerkennung zu beantragen. Es orientiert sich aber in allen Belangen an den formalen Standards und Vorgaben sowie am Sprachgebrauch des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) für Höhere Fachschulen.
2010 hat die DDK, gemeinsam mit CURAVIVA, dem «Verband Heime und Institutionen Schweiz», ein breit abgestütztes Projekt gestartet mit dem Ziel, einen neuen Berufstitel HF mit animatorischem Profil zu schaffen. Das SBFI unterstützt dieses Projekt finanziell. Bis Ende 2013 sollten der entsprechende Titel sowie der dazugehörende Rahmenlehrplan erarbeitet und vom SBFI verabschiedet werden.
Neues Curriculum am TDS Aarau
Im Zusammenhang mit den aktuellen Entwicklungen plant das TDS Aarau eine Curriculum-Revision. Das neue Curriculum soll sowohl dem oben erwähnten staatlichen Rahmenlehrplan als auch den landeskirchlichen Vorgaben für die kirchlich-theologische Qualifikation genügen und damit staatlich und kirchlich anerkannt werden. Der Start des Pilotlehrgangs ist auf August 2016 vorgesehen.
Aarau, 15. Februar 2013
Pfr. Dr. Paul Kleiner, Rektor TDS Aarau
