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Sozialdiakonie – eine Definition

Christoph Schwarz

Wie auch das Diakonieverständnis wurde das Sozialdiakonieverständnis 2022–23 vom Konvent der HF TDS Aarau erarbeitet. Der Artikel ist eine Kurzfassung in verständlicher Sprache.

Auf den Punkt gebracht

Sozialdiakonie (1) ist professionell ausgeübte Diakonie in Kirchen, Sozialwerken und Projekten. Als vielseitige berufliche Tätigkeit wird sie von Menschen ausgeübt, die im christlichen Glauben beheimatet sind.

Sozialdiakoninnen und Sozialdiakone verfügen über eine anerkannte Berufsausbildung (kirchlich-theologische und sozialfachliche Qualifikation). Sie ergänzen und fördern das diakonische Engagement von Freiwilligen in Kirchen und Projekten.

Ganzheitliches Engagement für Einzelne, Gruppen und Organisationen

Wer sich beruflich in der Sozialdiakonie engagiert, befähigt und unterstützt Einzelne und Gruppen in ihren Lebensfragen und Herausforderungen. Sozialdiakonie setzt sich dafür ein, dass Menschen ihren Platz in Gemeinschaft und Gesellschaft finden und aktiv mitgestalten können. Sie nimmt Lebensräume, Gemeinden und Organisationen in den Blick und fördert den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sozialdiakoninnen und Sozialdiakone erheben ihre Stimme, wo sie Strukturen und Handlungsweisen begegnen, die Menschen benachteiligen oder ausgrenzen. Sie streben Veränderungen an, die allen zugute kommen.

Dabei orientieren sie sich am Auftrag, den Jesus Christus seiner Kirche gibt: Alle Menschen sollen verstehen und erfahren, wie sehr Gott sie liebt, beschenkt und bereichern möchte. Mit diesem Angebot wenden sie sich ihrem Gegenüber zu. Gemeinsam suchen sie nach Wegen, wie spirituelle, körperliche, seelische und soziale Bedürfnisse gestillt werden können.

Ein Beruf – viele Möglichkeiten

Der sozialdiakonische Beruf ist breit gefächert und steckt voller Möglichkeiten, die je nach Schwerpunkt und Bedürfnissen innerhalb einer Anstellung zum Tragen kommen. So leisten Sozialdiakoninnen und Sozialdiakone unter anderem einen wichtigen Beitrag zur Prävention und Linderung menschlicher Not, zur Gemeinschaftsförderung, Bildung und Freiwilligenarbeit. Sie engagieren sich in der Gemeindeentwicklung, in Führungsaufgaben, in der Mitgestaltung von Gottesdiensten und der Verkündigung der Guten Nachricht der Bibel. Sie unterstützen Menschen, initiieren und begleiten Projekte, fördern Chancengleichheit, soziale Gerechtigkeit und die nachhaltige Erneuerung der Kirche. In diesen und anderen Aufgaben nehmen sie teil an Gottes Wirken zugunsten aller Menschen.

Gut und umfassend ausgebildet

Die berufliche Qualifikation in der Sozialdiakonie basiert auf einer Ausbildung in Theologie, Diakonie, Sozialer Arbeit und Religionspädagogik. Die Verknüpfung und gegenseitige Bezogenheit dieser Fachbereiche sind ein Merkmal der Sozialdiakonie. Die Ausbildung fördert die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit.

Von Gott inspiriert und der Berufsethik verpflichtet

Die persönliche Spiritualität ist für sozialdiakonisch tätige Personen eine unverzichtbare Ressource. Sie lassen sich von Gottes Geist inspirieren, beleben und befähigen. Sie bleiben lebenslang Lernende und wenden neu Erworbenes kompetent und situationsgerecht an. Ihr Handeln orientiert sich an der Berufsethik der Sozialdiakonie und am Berufskodex der Sozialen Arbeit.

(1) Unser Sozialdiakonie-Verständnis wurzelt in unserem Diakonieverständnis und setzt es voraus.

Sozialdiakonie – eine Definition (PDF)

Siehe auch Diakonie – eine Definition