Praxisausbildung

Das Ziel der Praxisausbildung ist die Erreichung der praktischen Berufskompetenz im Feld der Sozialdiakonie und der Gemeindeanimation. Die Studierenden lernen ausgewählte Handlungsfelder gründlich kennen, erwerben sich berufsfeldbezogene Qualifikationen und setzen Studienwissen in professionelles Handeln um. Die Praxisausbildung erfolgt unter Anleitung der Praxisausbildnerin/des Praxisausbildners; sie wird von einer Dozentin / einem Dozenten des TDS Aarau begleitet und wird durch Supervision in Gruppen unterstützt.

 

Die Praxisausbildung umfasst drei Module:

 

1. Modul: Sozialpraktikum (10 Wochen)

Das Sozialpraktikum findet in Institutionen der Sozialen Arbeit wie z. B. Beratungsstellen, Therapiestationen, Gemeinschaftszentren, Wohngemeinschaften für Menschen mit Beeinträchtigungen, Arbeitsintegrations-Strukturen usw. statt.


Im Sozialpraktikum werden folgende Ziele angestrebt:


Die Praktikantinnen und Praktikanten

  • erarbeiten sich einen Einblick in ein soziales Problemfeld/einen Sozialraum und dessen Hintergrund (Zusammenhänge, Zielgruppen, Prävention, Intervention ...).
  • setzen sich mit einem Angebot der Sozialen Arbeit/Sozialdiakonie und dessen Vernetzung auseinander.
  • erweitern ihr Methodenrepertoire im Bereich der Sozialen Arbeit.
  • reflektieren ihre professionelle Nähe und Distanz zu den Klienten und Klientinnen und gestalten die Beziehungen angemessen und empathisch.
  • formulieren aufgrund ihrer Beobachtungen und Erfahrungen Empfehlungen für eine gelingende Teamarbeit.
  • erweitern anhand von selbstformulierten Lernzielen ihre Fach-, Selbst-, Sozial- und spirituellen Kompetenzen.
  • reflektieren Lernerfahrungen im Praktikum und verknüpfen diese mit erworbenen theoretischen Erkenntnissen aus dem Unterricht sowie bisherigen Lebenserfahrungen.
  • setzen sich mit ihrer Rolle als Praktikant, Praktikantin auseinander.
  • analysieren persönliche Stärken und Grenzen und schätzen ihre Beiträge realistisch ein.

Die Studierenden werden in der Suche nach einem geeigneten Praktikumsplatz unterstützt und erhalten eine Einführung in die Soziale Arbeit. Das Sozialpraktikum wird vom Praxisausbildner/von der Praxisausbildnerin fachlich geleitet und beurteilt sowie seitens des TDS Aarau von der Praxisbegleitung betreut und qualifiziert.

 

2. Modul: Anstellung im Berufsfeld (zu 50% während mindestens 30 Monaten)

Spätestens ab Januar des zweiten Ausbildungsjahrs erfolgt eine Teilzeitanstellung zu 50% in einer evangelisch-reformierten Kirchgemeinde als Sozialdiakonin / Sozialdiakon in Ausbildung. Die Anstellung berücksichtigt die Anforderungen der Ausbildungssituation, gemäss den entsprechenden Richtlinien des TDS Aarau.
Falls die Teilzeitanstellung in einer Freikirche oder christlichen Institution erfolgt, wird neben dem staatlich geschützten Titel dipl. Gemeindeanimatorin HF/dipl. Gemeindeanimator HF der Titel Sozialdiakonin / Sozialdiakon verliehen (ohne die landeskirchliche Anerkennung durch die DDK).

 

In der Anstellung im Berufsfeld werden die praktischen Berufskompetenzen (Fach- und Methodenkompetenzen, Sozial-, Selbst- und spirituelle Kompetenzen), parallel und in intensiver Verbindung zum Unterricht am TDS Aarau, erlernt und eingeübt.


Dabei geht es insbesondere um

  • die Entwicklung der Fähigkeit, berufliche Problemstellungen in ihrem Kontext zu erkennen, zu formulieren, zu beurteilen und zu lösen.
  • die Erweiterung der praktischen Handlungsmöglichkeiten durch Auseinandersetzung mit theoretischen Modellen.
  • das Einüben von Techniken und Methoden in konkreten beruflichen Situationen.
  • die Reflexion und Evaluation des eigenen beruflichen Handelns.
  • die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit und der beruflichen Identität.

Dieses zweite Modul der Praxisausbildung wird vom Praxisausbildner/der Praxisausbildnerin fachlich geleitet und beurteilt, seitens des TDS Aarau von der Praxisbegleitung betreut sowie qualifiziert und durch die Gruppensupervision unterstützt.

 

3. Modul: Religionspädagogisches Praktikum (während dem 2. und 3. Studienjahr)

Das religionspädagogische Praktikum findet in Klassen der öffentlichen Schule sowie in kirchlichen Settings auf Unter-, Mittel- und Oberstufe statt. Themenbezogene Blockveranstaltungen (z.B. Halbtage) ergänzen oder ersetzen dabei klassische Einzellektionen oder Doppelstunden. Wenn immer möglich wird das religionspädagogische Praktikum in die Anstellung im Berufsfeld (2. Modul der Praxisausbildung) integriert.


Im religionspädagogischen Praktikum werden folgende Ziele angestrebt:

 

Die Praktikantinnen und Praktikanten

  • analysieren Voraussetzungen und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen und gehen mit ihren Angeboten und Aktivitäten darauf ein.
  • erreichen persönliche und didaktische Kompetenz, um selbständig abwechslungsreichen Unterricht, welcher Teilnehmende zur Partizipation anregt, auf allen Stufen zu planen und durchzuführen.
  • achten die persönliche Situation und Meinung der Teilnehmenden und erreichen durch handlungsbetonte, informative und kommunikative Elemente sowie durch ein von Echtheit und Vertrauen geprägtes Auftreten, dass die Teilnehmenden Empowerment und Ermutigung erfahren.
  • leisten durch ihre didaktischen und pädagogischen Tätigkeiten Beiträge zur Identitäts- und Rollenfindung sowie zur Sucht- und Gewaltprävention bei Jugendlichen.
  • werten Anlässe auf entsprechenden Formularen schriftlich aus und reflektieren sie unter Einbezug von Selbst- und Fremdwahrnehmung. Sie integrieren die dadurch gewonnenen Einsichten in ihre didaktisch-animatorische Praxis.

Das religionspädagogische Praktikum wird von erfahrenen Lehrpersonen geleitet sowie beurteilt und seitens des TDS Aarau von der Praxisbegleitung betreut sowie qualifiziert.